Donnerstag, 14. November 2013

Wie in Malawi Geld verschwindet

Wenn man in Deutschland 100 Euro zur Bank bringt, dann kann man davon ausgehen, dass das Geld nach zwei Monaten auch noch da ist. 
Wenn man in Malawi 50000 Kwacha (das sind ungefähr 100€) auf seinem Bankkonto hat, dann sind die zwar nach zwei Monaten noch da, sie sind allerdings nicht mehr so viel wert. Nur noch umgerechnet 80 Euro. Deshalb lassen die Menschen hier ihr Geld nicht lange in der Bank, sondern geben es schnell aus. 
So machen wir das auch mit dem Geld, das für den Kindergarten schon gesammelt und nach Malawi geschickt wurde. Das Wellblech zum Beispiel ist schon längst gekauft, auch wenn es noch einige Wochen dauern wird bis das Dach damit gedeckt wird. 



Auf der Baustelle hat das Rennen gegen den Kalender begonnen. Die Regenzeit kommt. Vorgestern hat es in Blantyre wie aus Kübeln gegossen. Über 60 Liter pro Quadratmeter - und das in nur 20 Minuten. Zum Glück sind die Vorboten der Regenzeit gerade nochmal an Mangulama vorbei gezogen. 


Passt fast!  Die Hilfskonstruktion für die halbrunden Fensterbögen.

Und hier kommt noch ein kurzer Videoclip vom täglichen Schubkarrenrennen...

http://www.youtube.com/watch?v=QWsctSr73fQ&feature=youtube_gdata_player




Donnerstag, 7. November 2013

Es geht voran!

Montag war ich zuletzt in Mangulama. 
Montag waren gerade die Fundamente fertig geworden. 
Heute, drei Tage später, erkenne ich die Baustelle kaum wieder. Die ersten Mauern sind auf zwei Meter Höhe gewachsen. 
Und die Stimmung ist super. 


Hier kommt nicht mal eben ein Betonmischer vorbei, nein, hier wird alles selbst gemixt. Mit Schaufeln und Schippen. Sogar die Kinder aus dem Kindergarten haben mitgeholfen Wasser zu pumpen...
Aber seht selbst im Film:

http://www.youtube.com/watch?v=LyCH0Igp4QM&feature=youtube_gdata_player




Als erstes wird der große quadratische Raum in der Mitte des Gebäudes gebaut. Erst wenn der fertig gemauert ist, kommen die Nebenräume dran.



Hier fachsimple ich mit Mister Mponde darüber, ab welcher Höhe mit den Rundbögen fuer die Fenster 
begonnen wird. 


Weil morgen schon wieder Freitag ist braucht Mister Mponde noch Geld für die Lohntüten seiner Männer. 



Die Kinder im provisorischen Kindergarten nebenan können es kaum erwarten bald in ihre neue "Nursery School" umziehen zu können.

Samstag, 2. November 2013

Rückblende: Der Zyklon vor zwei Jahren

 Bescheidenere Umstände wie die in der Gemeinde Mangulama vor zwei Jahren hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Eine Kirche,  die so klein war, dass man besser keine Gäste einlud um seinen Platz nicht zu riskieren. Die Woche über wurde das kleine strohgedeckte Gebäude aus ungebrannten Lehmziegeln als Kindergarten genutzt. 
Bis der grosse Regen kam. 
Ein Zyklon, ein tropischer Wirbelsturm, brachte sechs Tage Dauerregen und weichte die Wände auf bis sie einstürzten. 
Seither gibt es keine Kirche mehr und der Kindergarten findet unter einem Schattenbaum statt. 


 Bilder von 2011: Pastor Kaunda besichtigt die Kirchenruine


"open air nursery school" unterm Taschenbaum.

Natürlich sollte so schnell wie möglich eine neue Kirche gebaut werden. Diesmal aber eine, die auch einem Zyklon standhält. Doch das dauerte. Über zwei Jahre, denn solch eine Kirche ist teuer. Zu teuer für eine arme Gemeinde auf dem Land. 
Aber wenn viele zusammenlegen was sie haben und was sie können, dann kann es gelingen. 

Am Ende der zweiten Woche kann man auf der Baustelle schon erahnen, wie das neue Gebäude einmal aussehen wird. Drei Tage lang hat Mister Mponde mit seinem Team die Fundamente gemauert. Von morgens fünf bis abends fünf - und das bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad. Ohne Schatten. 


Das ist Mister Steven,  der beste Maurer aus Mister Mpondes Team



Montag geht's weiter. 
Schönes Wochenende!


Mittwoch, 30. Oktober 2013

Wer findet Mangulama?

Wo genau liegt eigentlich Mangulama? 
In Afrika, klar! In Malawi, stimmt! Nicht weit von Blantyre, auch richtig!
Aus dem Weltraum betrachtet und von einem Satelliten fotografiert liegt die die Baustelle in Mangulama genau hier:


Fragt mal jemanden, der sich auf dem Computer mit "Google Earth" auskennt und gebt mal die GPS Koordinaten 15*54'51" S   35*15'50" O  ein. Dann könnt Ihr mit einem Klick von Eurem Wohnort in 5 Sekunden nach Mangulama fliegen. 

Gestern wurde an einem kleinen Fluss Sand besorgt. Natürlich muss dafür zuerst der Chief (sprich Tschief) um Erlaubnis gebeten werden. Ein Chief ist so etwas wie ein Bürgermeister und der hat in seinem Dorf das Sagen. Ein Besuch bei einem Chief ist eine heikle Sache. Man kann viele Fehler machen bei den komplizierten Begrüssungsritualen. Da nehme ich lieber einen Malawier mit, der mir genau sagt, wann ich hereinkommen und wann ich mich setzen darf. 
Es ging alles glatt, das kleine Geschenk wurde akzeptiert und wir durften drei Anhänger mit "Riversand" aus dem Fluss holen. Puuh!



Wer mag, kann die Stelle am Fluss aufsuchen und den Weg dorthin nachzeichnen.
GPS Koordinaten: 15*55'55" S.    35*15'22" O.

Die Kinder im Kindergarten waren ganz begeistert. Sei meinten, sie bekämen jetzt einen riesigen Sandkasten zum Spielen. Da waren die Maurer leider anderer Meinung. Schade! 

Mein YouTube Video-Tipp:

http://www.youtube.com/watch?v=N1__fySWKE0&feature=youtube_gdata_player





Montag, 28. Oktober 2013

Montag, Woche 2

Montagmorgen, sieben Uhr. Mister Mponde wartet bereits an der Strasse. Er hat eine neue Schubkarre gekauft. Die muss mit ins 40 km entfernte Mangulama. Aber zunächst sind noch weitere Einkäufe angesagt. Auf dem grossen Markt in Limbe müssen noch 2 alte Ölfässer und 5 Blecheimer besorgt werden. Die werden gebraucht um Wasser vom Brunnen zu holen, denn eine Wasserleitung mit fliessendem Wasser gibt es nicht in Mangulama. Eine Panga, ein sehr gefährlich aussehendes Hackmesser, brauchen wir auch noch. 


Den Einkauf erledigt Mister Mponde am besten alleine, während ich im Auto warte. Auf dem Markt gibt es nämlich keine festen Preise. Die Verkäufer schauen sich die Kunden genau an bevor sie den Preis nennen. Für einen gut gekleideten Europäer sind die Preise dann fast doppelt so hoch wie für einen einfach gekleideten Malawier. Ob das jetzt ungerecht ist oder gerecht, das könnt Ihr ja mal in Eurer Sonntagsschule oder in Eurer Familie besprechen.

In Mangulama angekommen wird Mister Mponde von einer Gruppe junger Männer bestürmt. Es hat sich herum gesprochen, dass hier gebaut wird und jetzt wollen alle einen Job auf der Baustelle. Gut, dass ich das nicht entscheiden muss.
Die Ausschachtungen für die Fundamente sind inzwischen fertig, dann kann ja ab morgen gemauert werden. Was jetzt noch fehlt ist Kiessand, der hier "riversand" heisst, weil er in trockenen Flüssen gefunden wird. Und natürlich Zement. Den bringe ich morgen aus Blantyre mit.


Montagmorgen, Woche 2

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Erstens kommt es anders...

... und zweitens in Malawi erst recht.

Da hatten sich alle gerade damit abgefunden, dass das Nachbargrundstück unverkäuflich ist, als plötzlich der Nachbar auf der anderen Seite auftaucht und gut tausend Quadratmeter seines Feldes anbietet - und das zu einem sehr fairen Preis. 20 Cent pro Quadratmeter, macht also 200 Euro fuer den Bauplatz und den Spielplatz zusammen. (Fragt mal Eure Eltern, wie teuer ein Quadratmeter Grund in Eurem Wohnort ist) Per Handschlag besiegelt und unter Zeugen in bar bezahlt - der Papierkram folgt später. Manchmal gehen die Dinge in Malawi schneller als gedacht.

Der Bauplatz in ganzer Breite



Mister Mponde, unser Bauleiter, konnte es kaum erwarten, endlich mit dem Ausmessen anzufangen.
Sofort holt er sein Werkzeug und los geht's.

Während der Pastor und der Gemeindeälteste noch verhandeln haben die Kindergartenkinder den neuen Paecours durch die Steinhaufen längst als neuen "Abenteuerspielplatz" in Beschlag genommen.

Mein YouTube Video-Tipp:

http://www.youtube.com/watch?v=-_xNGhHsYIU&feature=youtube_gdata_player







Mittwoch, 23. Oktober 2013

30.000 fliegende Steine



 Mister Mponde hat tatsächlich noch einen LKW gefunden. Heute morgen kam ein uralter scheppernder Lastwagen  mit einer vierköpfigen Besatzung in Mangulama an. Sofort waren zehn, fünfzehn Kinder zur Stelle um beim Beladen mitzumachen und natürlich auch um sich ein kleines Taschengeld zu verdienen.
Den ganzen Tag lang flogen die Klinkersteine durch die Luft und wurden auf die Ladefläche des Truck gestapelt. Eigentlich darf der LKW nur 5000 Steine laden, aber in Malawi nimmt man das nicht so genau. Erst bei 7000 rief der Fahrer Stop!
Dann zuckelte das ueberladene Gefährt im Schritttempo zur Baustelle und wurde dort abgeladen. Das ging den ganzen Tag so weiter. Aufladen, abladen, aufladen.... 
Als es dunkel wurde, war erst gut die Haelfte geschafft. Um Diesel zu sparen hat der Fahrer kurzerhand beschlossen die Nacht in Mangulama zu verbringen. Morgen um sechs Uhr geht es weiter.




Einen kleinen Film von den fliegenden Steinen könnt Ihr hier sehen:

Mein YouTube Video-Tipp:

http://www.youtube.com/watch?v=oddsL-PYXy8&feature=youtube_gdata_player




Abladen bis zum Sonnenuntergang